Wir haben uns für den Urlaub eine Mischung aus sportlicher Aktivität und Kultur, aus Städteurlaub und Naturerlebnis, vorgenommen. Und so soll der zweite Tag auf zwei mal zwei Rädern gestaltet werden. Wenn man im Süden von Berlin unterwegs ist bzw. der weitere Verlauf der Tour dort hindurchführt, dann ist der Flaeming Skate wohl die erste Adresse für entspanntes Radeln. Auf insgesamt 250km wurde hier eine fast durchgängig asphaltierte, 3m breite Bahn in 8 Rundkursen von etwas über 10km bis hin zu 92km Länge angelegt.

Der Tag beginnt mit einer faustdicken Überraschung, die sich irgendwie nachts schon andeutet. Als wir gestern Abend in Luckenwalde einen Stellplatz für die Nacht in der Nähe eines Einstiegspunktes gesucht haben, lotste uns Google Maps (und Gemini) zum Werner Seelenbinder Stadion. In der festen Überzeugung, den offiziellen Parplatz des Stadions gefunden zu haben, fuhren wir durch ein geöffnetes Tor und stellten uns neben einige Lieferwagen, die dort schon standen und bettetn uns zur Nacht.
Als ich nachts aufwache, stelle ich fest, dass das Tor inzwischen abgeschlossen wurde. Da dagegen mitten in der Nacht eh nichts auszurichten ist, mache ich das Beste daraus und lege mich wieder schlafen. Am nächsten Morgen passiert dann das, worüber ich bisher nur gelesen habe, was mir bis heute morgen noch nie selbst passiert ist: Zwei freundliche Mitarbeiter des Ordnungsamtes klopfen an die Scheibe und wecken uns. Sie machen uns darauf aufmerksam, dass man hier keinesfalls über Nacht stehen dürfe. Sie sind allerdings recht freundlich und lassen uns mit einem „Ist ja kein Schwerverbrechen“ unbestraft des Weges ziehen. Als wir dann einen tollen Waldparkplatz beim Freibad im Elsthal als offiziellen Einstiegspunkt finden, auf dem wir auch über Nacht hätten stehen können, ärgern wir uns trotzdem nicht. Wann sonst hat man denn den Service, dass man vor jeglichem Einbruch gesichert auf einem mit Tor und Eisenzaun geschlossenem Gelände mit dem Bulli übernachten kann- und dann noch mit Schließ- und Weckdienst? Das ist doch echter Service!

Schon die Zuwegung S1 zum Rundkurs ist asphaltiert und hier am Einstiegspunkt gibt es sogar Werkzeug und eine Luftstation. Schnell ist der kurze Weg zum Rundweg 4 geschafft und wir überlegen uns in der ersten Begeisterung, ob wir auf 100km aufstocken und nach dem Übergang in den RK1 diesen ganz mitnehmen.

Da wir aber erst gegen Mittag losgekommen sind, siegt die Vernunft und wir kürzen diesen Plan auf 75km ab. Aber auch diese reichen- dank immer wieder einigermaßen ausgedehnter Pausen und/oder Foto-Stops – dafür, das wir die letzten 10km im Dunklen zurück zum Bulli radeln müssen. Dunkler Asphalt im dunklen Wald im Dunkeln ist dann doch eine gewisse Herausforderung und wir sind schließlich froh, den Bulli gegen 20 Uhr wieder zu erreichen.

Für morgen steht wieder eine Stadt auf dem Programm – Leipzig. Und um da genug Zeit zu haben, geht es abends noch nach Leipzig, wo wir eine Unterkunft etwa 8km vom Stadtzentrum buchen.

Von Helge

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