Das Wetter ist heute relativ feucht, aber das hält uns nicht davon ab, uns auf die Räder zu schwingen, nachdem wir ausgiebig ausgeschlafen haben. Bis ins Zentrum sind es vom Hotel aus gute 8km quer durch Leipzig.
Als erste Station besuchen wir die Deutsche Nationalbibliothek. Leider – das hatten wir vorher tatsächlich nicht recherchiert – kann man diese nicht einfach so besichtigen, sondern braucht einen Benutzerausweis. Diesen gibt es zwar auch für 5 Euro als Wochenausweis, allerdings ist zwingend ein Personalausweis erforderlich, um ihn zu bekommen. Da Holly ihren Personalausweis nicht dabei hat, verzichten wir darauf und statten nur dem Buch- und Schriftmuseum, das sich im Gebäude der Nationalbibliothek befindet, einen Besuch ab. Hier ist der Eintritt frei, so dass wir zumindest etwas entschädigt werden. Im Museum erhält man, auch wenn es nicht wirklich spektakulär ist, einen guten Überblick, wie sich das Schrift- und Buchwesen als kultureller Antrieb der Zivilisation über die Jahrtausende entwickelt hat.
Von hier aus sind es nur knapp 2km bis zum Völkerschlachtdenkmal. Es wurde von 1898 bis 1913 errichtet und ist mit beeindruckenden 91m Höhe das höchste Denkmal Europas. Wir belassen es dabei, es von außen zu betrachten (ich selbst war vor drei Jahren schon einmal in der Krypta) und beschließen, zum Abendessen in die Innenstadt zu fahren. Wenn man in Leipzig ist und es nicht kennt, dann ist es eine gute Idee, dazu wenigstens einmal in Auerbachs Keller zu gehen, jenem inzwischen 500 Jahre alten Restaurant, in dem bekanntermaßen schon Goethe verkehrte. Natürlich ist es touristisch. Aber man kann und muss fairerweise sagen, dass die Preise durchaus fair und das Essen absolut in Ordnung ist. Man macht also nichts falsch und die Atmosphäre des Kellers in der Mädler-Passage ist schon eine besondere. Der Geräuschpegel durch das offene Gewölbe mit den hunderten Gästen allerdings auch. So sind wir froh, dort gewesen zu sein, aber auch froh, die Fußgängerzone als richtigen Ort der Stille zu erleben, als wir gesättigt dem Kellergewölbe entsteigen.
Obwohl es inzwischen nieselt, beschließen wir, den Rückweg ins Hotel nicht mit Bus und Bahn (wo am Wochenende die Fahrradmitnahme möglich gewesen wäre) anzutreten, sondern tapfer zum Hotel zurückzuradeln. Die letzten Kilometer geht es im Dunkeln quer durch eine ausgedehnte Kleingartenanlage an einem Kanal.
Den Tag beschließen wir damit, uns zu überlegen, wohin es am nächsten Tag geht. Da das Wetter besser werden soll, fällt die Wahl darauf, ein Wandergebiet in der Nähe zu suchen. Und so fällt di Wah auf die Dübener Heide.












