Heute ist SIghtseeing angesagt. Nach einer erfrischenden Dusche und einem ausgiebigen Frühstück im Hotel geht es los.
Erster Stop ist der Botanische Garten der Universität. Es ist der nördlichste botanische Garten der Welt, was wir viel aufregender finden als dass sich in Tromsø auch der nördlichste McDonalds der Welt befindet.
Hier sind aus allen Kontinenten Pflanzen aus den jeweils kältesten Regionen zusammengetragen. Der Garten wurde 1994 eröffnet. Auf dem Gelände befindet sich auch ein nettes Café, das wir dieses Mal aber auslassen- wir haben noch einiges vor und die „Kaffee-Tanks“ sind vom Frühstück noch gut gefüllt.
Als nächstes geht es zum Polarmuseum, das wirklich einen Besuch wert ist. Mit interaktiven Schautafeln, einem Aquarium (unter anderem mit Seehunden), 3D-Filmen über Svalbard und über Polarlichter vergeht die Zeit hier wie im Fluge und wir sind mehr als zwei Stunden im Museum unterwegs.
Zum Abendessen geht es nochmal in die Innenstadt bzw. genauer in die Fußgängerzone Storgata. Dafür, dass es noch nicht einmal 18 Uhr ist, finden wir es merkwürdig, dass die meisten Geschäfte schon geschlossen haben. Und auch, wenn es durchaus einige Menschen hier gibt, wirkt die Fußgängerzone alles andere als belebt. In einer kleinen Seitengasse finden wir einen Smash Burger Laden, der die Reisekasse – zumindest für norwegische Verhältnisse – nicht überstrapaziert.
Als Höhepunkt des Tages haben wir uns vorgenommen, mit der Seilbahn auf den Storstein hochzufahren, von wo aus man einen fantastischen Blick auf die Stadt haben soll.
Unser heimlicher Reiseführer ChatGPT weiß, dass der offizielle Parkplatz gesperrt ist und dort gerade groß umgebaut wird, so dass kein barrierefreier Zugang möglich ist, macht uns aber Mut, dass es mit einer kräftigen Begleitperson machbar ist.
Wir merken schnell- machbar ja, aber alles andere als einfach. Einen Rollstuhl über mehrere 100m Steigungen von fast 10% hochzuschieben und das teilweise auf schotterigem Untergrund, ist alles andere als ein Spaß. Und dass Kristin Treppen steigen kann, heißt noch lange nicht, dass die mehr als 40 Treppen hoch und runter auf der Bergstation mit dem niedrigen Geländer und den kurzen aber hohen Stufen leicht zu nehmen wären.
Aber wir haben es uns in den Kopf gesetzt und deswegen gibt es kein Zurück- wir kämpfen uns tapfer hinauf und der Ausblick in der Abenddämmerung (die hier zur Zeit ja die ganze Nacht anhält) auf die Stadt ist wirklich atemberaubend schön. Dass das Café hier oben allen Umbauarbeiten zum Trotz in Betrieb ist und dass wir netterweise nur für eine Person die Fahrt bezahlen müssen, entschädigt uns für die Strapazen.
Auf dem Rückweg ins Tal bekommen wir einige Daumen hoch von anderen Besuchern, die sich wohl gewundert haben, wie tapfer wir das durchgezogen haben. Dass wir unten angekommen merken, dass viele unerlaubterweise doch den Parkplatz direkt an der Station verwendet haben, ärgert uns nicht wirklich nachhaltig. Aber statt den Rückweg zum Ausweichplatz nochmal mit dem Rollstuhl in Angriff zu nehmen, hole ich den Bulli und hole Kristin bei der Station ab.
Auch wenn es schon recht spät ist- wir wollen heute noch einige Kilometer zurücklegen, da uns klar wird, dass wir für den Süden Norwegens auch noch ein paar Tage haben wollen. Also fahren wir noch gut 220km bis nach Gryllefjord, wo wir am nächsten Morgen mit der Fähre nach Andenes übersetzen wollen.
Auch hier erweist sich ChatGPT als gut vorbereiteter Reisebegleiter. Er weißt, dass die Fähre um 11 Uhr fährt, aber viele sich schon am Vorabend in die Spuren am Fähranleger einreihen, da die Fähre nur eine begrenzte Kapazität hat und man sonst auf die nächste Fähre am Nachmittag warten muss. Also ist unser heutiger Stellplatz Reihe 4, Platz 5 und wir schlafen mit dem guten Gedanken ein, dass wir auf jeden Fall morgen mit auf die Fähre kommen.

































